Allgemeines

PayPal und die Kontosperrungen

Kaum eine Onlinehändler kann es sich heutzutage noch leisten, auf den Bezahldienst PayPal zu verzichten. Zunächst als Teil von eBay gestartet, um dort den Käuferschutz zu erhöhen ist PayPal mittlerweile auch Abseits der früheren Muttergesellschaft zum weit verbreiteten, nahezu marktführenden Online-Zahlungsmittel avanciert. Die Vorteile für Händler und Kunden in Form von Sicherheit und Unkompliziertheit liegen einfach auf der Hand.

Neben hohen Gebühren für die Händler kommt es jedoch immer häufiger zu Problemen bei Händlern aufgrund der rigiden Politik von PayPal bezüglich Kontosperrungen. PayPal legt dabei die vom Vertragspartner akzeptierten Nutzungsbedingung denkbar weit aus um eine Vielzahl von Maßnahmen zu rechtfertigen. Mit sind mehrere Fälle bekannt, in denen Händler durch PayPal informiert wurden, dass der Zugriff aus sein Konto bis auf weiteres eingeschränkt sei. Wobei dies meist konkret bedeutete, dass zwar noch Zahlungen auf dem Konto eingehen können, dass vorhandene Guthaben jedoch für mindestens 180 Tage eingefroren würde.

Gerade kleinere Online-Händler trifft diese Maßnahme oft hart, da, aufgrund der Marktmacht von PayPal eine Vielzahl von Kunden diese Bezahlmöglichkeit bevorzugen. Diese Geld steht dem Unternehmer dann nicht zur Verfügung. Doppelt trifft es diejenigen, welche einen Großteil Ihres Umsatzes auf der Internetauktionsplattform eBay machen. Da diese immer noch eng mit PayPal verbunden ist, kann eine längerfristige Sperrung des PayPal Kontos dazu führen, dass auf eBay keine neuen Angebote mehr eingestellt werden können. Ebay setzt nunmal ein aktives PayPal Konto voraus.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass solche Sperrungen von PayPal häufig recht leichtfertig durchgeführt werden. Nicht immer werden die angeblichen Gründe hinreichend recherchiert, sondern es wird auf bloßen Verdacht agiert. Mir ist eine Entscheidung des Landgerichts Berlins bekannt, in der erst jüngst eine solche Sperrung aufgehoben wurde, da die von PayPal gemutmaßten Sperrungsgründe nicht vorlagen. Auch die, der Sperrung zugrunde liegende Klausel der Nutzungsbedingungen wurde durch das Gericht kritisch gesehen. Eine Entscheidung hierzu erging jedoch nicht.

Sperrungen durch PayPal müssen nicht gerechtfertigt sein. Häufig beruhen sie auf falschen Tatsachen und können aufgehoben werden. Es lohnt sich also sich gegen unberechtigte Sperrungen zu wehren. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass PayPal jedoch meist erst auf gerichtlichen Druck nachgibt. Allerdings ist PayPal entgegen der landläufigen Meinung auch deutschem Recht unterworfen und kann in Deutschland verklagt werden.

Sollten Sie von einer solchen Sperrung betroffen sein, wenden Sie sich gerne an mich. Ich prüfe für Sie den Sachverhalt und leite gegebenenfalls rechtliche Schritte für Sie ein.